Unterschiede zwischen einer deutschen Schule und einem kanadischen Internat

Einen Teil seiner Schulzeit an einem kanadischen Internat zu verbringen, wird für immer eine unvergessliche Erfahrung sein. Sich für sein Leben wappnen, kann man sicherlich sowohl an deutschen Schulen wie auch in kanadischen Internaten. Doch wo liegen die Unterschiede?

Fachliches Angebot

In Kanada wird allgemein sehr viel Wert auf Bildung und auch auf Bildungsgerechtigkeit gelegt, sodass auch Einwanderer eine faire Chance haben, Karriere zu machen und sich ein erfolgreiches Leben aufzubauen. Besonders in Internaten wird auf eine hochwertige Förderung und auf zusätzliche Kurse geachtet. In deutschen Schulen kann dies häufig nicht in diesem Rahmen geleistet werden, sodass eventuelle Nachhilfe bzw. Förderunterricht vom privaten Engagement und der finanziellen Belastbarkeit der Eltern abhängen.

Beachtlich ist auch die Ausstattung vieler kanadischer Internate, die fachlich eine große Bandbreite anbieten, versuchen, die Schüler individuell zu stärken, ihre Talente zu fördern und sie viel ausprobieren lassen. In deutschen Schulen ist häufig zu beobachten, dass die Wahlfreiheit der Schüler erst relativ spät auf gewisse Profile (NWT, Fremdsprachen, Musik, Sport,…) eingeschränkt ist.

Freizeit und Miteinander

In Deutschland ist trotz allem Ausbau der Ganztagesangebote häufig weiterhin eine klare Trennung von Schule und Freizeit zu beobachten, während kanadische Internate naturgemäß das gesamte Leben ihrer Schüler bestimmen. Das reicht vom gemeinsamen Tagesablauf bis hin zu Freizeitangeboten, die ebenfalls schulintern stattfinden. Der Kontakt nach außen hält sich unter der Woche eher in Grenzen, darin liegt aber auch eine große Chance, denn durch die intensiv gemeinsam verbrachte Zeit ist das Miteinander der Schüler untereinander, die sich häufig in hohem Maße mit ihrer Schule identifizieren, sehr stark. Doch nicht nur die Schüler untereinander halten zusammen, Lehrer sind nicht nur für den Unterricht verantwortlich, sondern sind auch allgemein Ansprechpartner für alle Sorgen und Nöte. Dadurch ist das Verhältnis von Schülern und Lehrern auch freundschaftlicher als dies in Deutschland der Fall wäre. Denn es liegt auch in der Verantwortung der Lehrer und der Schule die Wochenendgestaltung attraktiv zu gestalten, sodass neben den üblichen Freizeitaktivitäten durchaus auch Ausflüge angeboten werden- gerade für deutsche Schüler die optimale Möglichkeit, Kanada zu erkunden.

Menschliches Wachstum

Gleichzeitig wird den Schülern aber auch die Möglichkeit gegeben, in geschütztem Raum selbstständiger zu werden als dies womöglich zuhause der Fall wäre. Für sehr familienverbundene Jugendliche ist dies jedoch zunächst ein äußerst herausfordernder Schritt, der in vielen Fällen aber durch (ältere) Mitschüler abgefangen wird, die eine Art „Ersatzfamilie“ bieten, welche auch über die Schulzeit hinaus bestehen bleibt.

Diese prägende Zeit bringt jeden Einzelnen also nicht nur akademisch, sondern auch sozial und menschlich voran- Erfahrungen von unschätzbarem Wert, die an einer deutschen Schule wohl nicht in gleichem Maße gemacht werden könnten.

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